Gentherapien als Behandlungsmethode für Impotenz

29. Juni 2015

Gentherapien als Behandlungsmethode für ImpotenzForscher haben eine Behandlungsmöglichkeit für Erektionsstörungen entwickelt, bei der ein Genkonstrukt in den Penis injiziert wird. Dabei handelt es sich um eine ringförmige DNS, die einen bestimmten Botenstoff produziert, wenn sie mit UV-Licht bestrahlt wird.

Bei diesem Botenstoff handelt es sich um eine Substanz, die bei sexueller Stimulation ohnehin vom Organismus ausgeschüttet wird und normalerweise für eine Erektion sorgt. Bei Patienten, die unter Impotenz leiden, gibt es allerdings Probleme bei der Ausschüttung dieses Botenstoffs. An dieser Stelle setzt die Gentherapie an.

Bisher wurde die Therapie lediglich an Ratten getestet, allerdings sind die Ergebnisse überragend. Es bleibt abzuwarten, ob das Genkonstrukt auch bei Menschen funktioniert und im Alltag Anwendung finden wird. Wird die Gentherapie bei Erektionsstörungen bald klassische PDE-5-Hemmer wie Viagra ablösen? Oder handelt es sich hierbei lediglich um eine medizinische Spielerei?

Wie genau funktioniert die Gentherapie?

Ziel ist es, das ringförmige Genkonstrukt in den Schwellkörper des Penis zu bekommen. Das Konstrukt gelangt dabei in den Schwellkörper, indem es per Spritze von einem Arzt injiziert wird. Genau an dieser Stelle wirkt nämlich der Botenstoff cGMP, der bei der Bestrahlung mit Blaulicht produziert wird. Der Botenstoff sorgt dafür, dass sich die Adern erweitern und vermehrt Blut in den Penis hineinfließen kann. So entsteht eine Erektion.

Keine Angst vor Genkonstrukten

Bei Menschen, die wenig Ahnung von Medizin oder Biologie haben, schrillen bei den Begriffen Genkonstrukt und Gentherapie die Alarmglocken. Sie befürchten, dass ihre Körper durch solche Therapien dauerhaft verändert werden. Dabei denken sie meist an diverse Superhelden aus Comics, die durch ähnliche Vorgänge zu Mutanten wurden.

Dies ist bei einer Gentherapie natürlich nicht der Fall. Das Genkonstrukt verändert weder das Erbgut in den Stammzellen, noch die DNS einzelner Zellen im Penis. Es handelt sich lediglich um eine Substanz, die auf Blaulicht reagiert. Nach ein paar Tagen wird das Genkonstrukt vom Körper ohnehin wieder abgebaut, sodass es keinen Einfluss mehr auf die Erektionsfähigkeit hat.

Vor- und Nachteile der Behandlung

Die Gentherapie hat einen großen Vorteil gegenüber klassischen PDE-5-Hemmern: Es entstehen keine Abbauprodukte, die in den Nieren und in der Leber verarbeitet werden müssen. Des Weiteren hält die Wirkung des Genkonstrukts für mehrere Tage an – bei Viagra und Co ist bereits nach wenigen Stunden Schluss. Es wird lediglich ein körpereigener Prozess imitiert, bei dem es – nach jetzigem Wissensstand – keine Nebenwirkungen gibt.

Und dennoch gibt es einige Wermutstropfen: Viele Männer werden sich davor sträuben, eine Injektion in den Penis verabreicht zu bekommen. Die Angst vor Schmerzen ist einfach zu groß. Des Weiteren ist eine Gentherapie an sich problematisch. Die Menschen werden Angst vor der Behandlung haben, da sie unzureichend über Gentherapien informiert sind. Zuletzt muss natürlich noch angemerkt werden, dass Gentherapien diversen Zulassungsbeschränkungen unterliegen. Eine Zulassung für eine solche Behandlung zu bekommen, ist deutlich schwieriger als beispielsweise bei klassischen Medikamenten, die oral eingenommen werden.

Wird die Blaulicht-Therapie tatsächlich auf den Markt kommen?

Es bleibt abzuwarten, ob Genkonstrukte tatsächlich bald in deutschen Arztpraxen verabreicht werden. Da das hier genannte Genkonstrukt bisher lediglich an Ratten getestet wurde, dauert es ohnehin noch einige Jahre, bis man überhaupt ansatzweise davon reden könnte, dass die Gentherapie für jeden Menschen zur Verfügung steht.

Wissenschaftler wittern hier allerdings bereits eine Chance. Wenn sich ein harmloses Genkonstrukt gegen Erektionsstörungen erst einmal in der Gesellschaft durchgesetzt hat, werden die Menschen offener gegenüber anderen Behandlungsmethoden sein, die per Gentherapie erfolgen.