Testosteron und die Grenze zwischen Mann und Frau

28. Juni 2015

Testosteron und die Grenze zwischen Mann und FrauBei Leistungssport werden Männer und Frauen seit jeher in unterschiedliche Kategorien gesteckt. Das ist auch vollkommen in Ordnung, da sich die Körper von Mann und Frau eindeutig voneinander unterscheiden. Der Mann hat beispielsweise von Natur aus mehr Muskeln und kann in so gut wie allen Sportarten mehr Leistung abrufen.

Dieser Umstand macht evolutionär gesehen auch Sinn, da der Mann in den frühesten Stunden der Menschheit auf die Jagd ging, während die Frau die Höhle hütete und Beeren sammelte. Die besten und stärksten Männer hatten dabei den größten Erfolg, weswegen sich dieser sexuelle Dimorphismus überhaupt erst entwickeln konnte.

Die Trennung von Mann und Frau im Bereich des Sports ist allerdings nicht immer ganz so einfach. Mittlerweile wird viel darüber diskutiert, wann ein Mann als Mann gilt und eine Frau als Frau.

Geschlechter-Wirr-Warr in der Sportgeschichte

Die größten Skandale bezüglich des Geschlechts gab es immer schon bei den Olympischen Spielen. Mehr als einmal kam es vor, dass eine Frau sämtliche Weltrekorde geschlagen hat. Meist kam am Ende heraus, dass es sich in Wirklichkeit um einen Mann gehandelt hat.

Beispielsweise Stella Walsh gewann mehrfach Gold im Sprinten. Sie starb später eines unnatürlichen Todes, weswegen eine Autopsie vorgenommen wurde. Dabei stellte man fest, dass die Frau eigentlich Hoden hatte. Die Leistungen von Frau Walsh konnten also eigentlich nicht mit denen der anderen Frauen verglichen werden.

Welcher Test ist sinnvoll?

Mann und Frau unterscheiden sich in verschiedenen Punkten. Bei den ersten Geschlechtertests mussten Frauen sich ausziehen und wurden teilweise aussortiert, weil die Brüste zu klein ausfielen. Dies war nicht nur entwürdigend, sondern auch sinnlos, da Menschen – auch innerhalb eines Geschlechts – unterschiedlich gebaut sind.

Danach analysierte man die Chromosomen der teilnehmenden Frauen, wobei Männer XY-Chromsome aufweisen, Frauen hingegen XX-Chromosome. Doch auch dieser Test galt nicht als zuverlässig, da es auch bei Chromosomen seltene, aber vorhandene Variationen gibt.

Momentan überlegt man, ob der Testosterongehalt im Blut ein zuverlässiges Maß darstellt. Schließlich sorgt Testosteron für die entscheidenden körperlichen Vorteile des Mannes, mit denen er die entsprechende Leistung überhaupt erst abrufen kann. Die Rede ist dabei unter anderem vom reinen Muskelwachstum.

Jedoch unterscheidet sich der Testosterongehalt von Teilnehmern verschiedener sportlicher Disziplinen teils stark. So haben Sprinter einen sehr hohen Testosterongehalt, wohingegen Langstreckenläufer einen eher niedrigen Testosteronspiegel aufweisen.

Die derzeitige Empfehlung

Renommierte Fachzeitschriften empfehlen momentan die Auslegung nach Mann und Frau nach der folgenden Aussage:

Frauen, die als Mädchen aufgezogen wurden und sich selbst als Frauen einschätzen, sollten nicht von Frauenwettbewerben ausgeschlossen werden.“ – Arne Ljungqvist, 1992

Diese Aussage halten wir dennoch für problematisch, da sich auf diese Weise Betrüger in den Wettbewerb einschleichen könnten. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Situation in den nächsten Jahren weiterentwickelt.