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Wie häufig sind Erektionsstörungen? Zahlen nach Alter

Was die großen Studien zeigen und was die Zahlen für dich bedeuten

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Du denkst, du bist der Einzige? Dann schau dich mal im Wartezimmer, im Fußballstadion oder bei der nächsten Familienfeier um.

Jeder fünfte Mann dort kennt das Problem aus eigener Erfahrung. Er redet nur genauso wenig darüber wie du. Wir haben die wichtigsten Studien für dich in klare Zahlen übersetzt.

Mann sitzt entspannt auf einer Parkbank, im Hintergrund gehen andere Menschen vorbei
Fast jeder fünfte Mann kennt Erektionsprobleme. Man sieht es nur keinem an.

Wie häufig sind Erektionsstörungen?

Die wichtigste Zahl für Deutschland kommt aus der Kölner Männerstudie. Forscher haben 8.000 Männer zwischen 30 und 80 angeschrieben, 4.489 haben geantwortet. Bei 19,2 Prozent lag eine Erektionsstörung vor.

Das ist fast jeder fünfte Mann. Die Studie ist schon etwas älter, aber bis heute die meistzitierte Quelle für Deutschland. Gleichzeitig zeigte sie, dass Sex im Alter völlig normal ist. Sogar bei den Ältesten waren noch gut 71 Prozent regelmäßig sexuell aktiv.

Erektionsstörung nach Alter

Das Alter ist der stärkste Faktor überhaupt. Mit jedem Jahrzehnt steigt der Anteil deutlich an. Ab 60 springt er regelrecht nach oben.

So viele Männer sind betroffen:

AlterAnteil mit ErektionsstörungUngefähr
30 bis 392,3 %jeder 43.
40 bis 499,5 %jeder 10.
50 bis 5915,7 %jeder 6.
60 bis 6934,4 %jeder 3.
70 bis 8053,4 %jeder 2.
Alle von 30 bis 8019,2 %jeder 5.

Woran liegt der Anstieg? Mit den Jahren kommen oft Bluthochdruck und Diabetes dazu. Genau diese Krankheiten fanden die Kölner Forscher bei den Betroffenen besonders häufig.

Das heißt aber auch, dass nicht das Alter allein schuld ist. Ein fitter 65-Jähriger hat oft bessere Karten als ein 50-Jähriger mit Bauch und Zigarette. Was mit 50, 60 und 70 normal ist, steht unter Erektion im Alter.

Infografik: Anteil der Männer mit Erektionsstörung nach Altersgruppe laut Kölner Männerstudie
Mit jedem Jahrzehnt steigt der Anteil deutlich an.

Wie oft eine Erektionsstörung neu beginnt

Die Massachusetts-Studie aus den USA hat Männer zwischen 40 und 69 fast neun Jahre lang begleitet. Ausgewertet wurden 847 Männer, die zu Beginn keine Probleme hatten. So ließ sich zählen, wie viele neu dazukommen.

Neue Fälle pro Jahr, je 1.000 Männer:

12bei Männern in den 40ern
30bei Männern in den 50ern
46bei Männern in den 60ern

Insgesamt waren es rund 26 neue Fälle pro 1.000 Männer und Jahr. Das Risiko war bei Diabetes, Herzkrankheiten und Bluthochdruck deutlich höher. Wer diese Risiken im Griff hat, verschiebt die Kurve also nach hinten. Wie das geht, zeigt Erektionsstörungen vorbeugen.

Warum Studien so unterschiedliche Zahlen nennen

Vielleicht hast du schon ganz andere Zahlen gelesen, mal 7 Prozent, mal über 50. Beides kann stimmen. Es kommt darauf an, wen man fragt und was man als Störung zählt.

Drei Studien im Vergleich:

USA 1994

52 Prozent

Die Massachusetts-Studie hat schon leichte Probleme mitgezählt. Bei Männern von 40 bis 70 waren 17 Prozent leicht, 25 Prozent mäßig und 10 Prozent komplett betroffen.

Köln 2000

19,2 Prozent

Die Kölner Männerstudie hat Männer von 30 bis 80 befragt. Weil auch die Jüngeren dabei waren, liegt der Schnitt niedriger.

Deutschland 2020

6,6 Prozent

Die GeSiD-Studie zählte nur Störungen nach den strengen Kriterien der WHO, mit deutlichem Leidensdruck. Befragt wurden auch viele junge Erwachsene.

Spannend an der GeSiD-Studie ist noch eine andere Zahl. Ein Drittel der Männer hatte im letzten Jahr mindestens ein sexuelles Problem. Nur ein kleiner Teil davon war eine echte Störung. Wenn es bei dir also gerade einmal gehakt hat, lies weiter bei Einmal versagt, schon impotent?

Die Massachusetts-Studie zeigt außerdem, wie stark das Alter wirkt. Eine komplette Erektionsstörung hatten dort mit 40 etwa 5 Prozent der Männer. Mit 70 waren es dreimal so viele.

Auch junge Männer sind betroffen

Erektionsstörungen gelten als Altmännerproblem. Das stimmt so nicht. In der Kölner Studie hatten schon 2,3 Prozent der 30- bis 39-Jährigen eine Erektionsstörung.

Noch deutlicher wird es in der Praxis. Eine Mailänder Klinik hat 439 Männer ausgewertet, die zum ersten Mal wegen Erektionsproblemen kamen. Jeder vierte war 40 oder jünger, der Jüngste war 17. Fast die Hälfte der jungen Männer hatte sogar eine schwere Störung.

Die jungen Patienten waren meist körperlich gesund. Sie rauchten aber öfter und nahmen häufiger Drogen als die älteren. Bei ihnen steckt oft der Kopf dahinter oder eine Mischung aus Kopf und Lebensstil. Alles dazu steht unter Erektionsstörung bei jungen Männern.

Wie viele Männer sind es weltweit?

Forscher haben die Zahlen aus der Massachusetts-Studie auf die Weltbevölkerung hochgerechnet. Für 1995 kamen sie auf über 152 Millionen Männer mit Erektionsstörung.

Für das Jahr 2025 sagten sie rund 322 Millionen voraus. Der Grund ist schlicht, dass die Menschen weltweit älter werden. Den stärksten Anstieg erwarteten sie in Afrika, Asien und Südamerika.

Das ist eine Hochrechnung und keine Zählung. Sie zeigt aber, wie normal das Thema ist. Du teilst es mit Hunderten Millionen anderer Männer.

Es geht auch wieder weg

Eine Erektionsstörung ist keine Einbahnstraße. Das zeigen Studien, die Männer über Jahre begleitet haben. Bei vielen wird es besser, manchmal ganz ohne Behandlung.

Was Langzeitstudien zeigen:

29 %der Männer mit Erektionsstörung waren sie nach fünf Jahren wieder los (Australien)
21–25 %hatten nach drei bis sieben Jahren weniger starke Probleme (USA und international)
51 %wurden in der Massachusetts-Studie über sieben Jahre schlechter

Die Richtung ist also offen, und vieles davon liegt in deiner Hand. Die australischen Forscher fanden vor allem körperliche Risiken wie Übergewicht, viel Alkohol und schlechten Schlaf. Das Gute daran ist, dass du an fast allem selbst drehen kannst.

Was die Zahlen für dich bedeuten

Statistik ist schön und gut. Am Ende willst du aber wissen, was das für dich heißt. Hier die Kurzfassung für dein Alter.

Deine Einordnung nach Alter:

Unter 40

Selten, aber kein Einzelfall

Oft spielen Stress, Angst oder Lebensstil mit. Die Chancen, dass es wieder ganz verschwindet, sind gut. Ein kurzer Körper-Check schadet trotzdem nicht.

40 bis 59

Die Zeit zum Hinschauen

Jetzt steigt das Risiko deutlich. Lass Blutdruck, Blutzucker und Blutfette messen. Erektionsprobleme können ein frühes Warnsignal für Herz und Gefäße sein.

Ab 60

Häufig und gut behandelbar

Jeder dritte bis zweite Mann ist betroffen. Mit Bewegung, Beckenboden und Potenzmitteln klappt es bei den meisten trotzdem.

Egal wie alt du bist, ein Blick auf deine eigene Lage lohnt sich mehr als jede Statistik. Unser Selbsttest Erektion zeigt dir in zwei Minuten, wo du stehst.

Kaum einer holt sich Hilfe

Die vielleicht traurigste Zahl kommt aus einer weltweiten Befragung von 27.500 Menschen zwischen 40 und 80. Fast die Hälfte der sexuell Aktiven hatte mindestens ein Sexproblem. Ärztliche Hilfe holten sich aber nur 18 Prozent der Männer.

Umgekehrt fragen auch die Ärzte selten nach. Nur 9 Prozent der Befragten wurden in drei Jahren beim Arzt auf ihr Sexleben angesprochen. Am häufigsten redeten die Betroffenen mit ihrem Partner.

Das ist schade, denn Erektionsstörungen lassen sich gut behandeln. Dazu kommt, dass sie ein frühes Warnsignal für das Herz sein können. Warum, erklärt der Artikel Was ist Impotenz?

Wenn dir der Gang in die Praxis schwerfällt, gibt es heute einen leichteren Weg. Potenzmittel wie Sildenafil oder Tadalafil bekommst du nach ärztlicher Prüfung auch legal über eine Online-Sprechstunde. Sie helfen bei körperlichen Ursachen genauso wie bei Kopfsache. Wer Nitrate gegen Brustschmerzen nimmt, darf sie allerdings nicht nehmen.

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Dir fällt es schwer, das Thema anzusprechen? Unser Artikel Scham ablegen hilft dir beim ersten Satz. Wo du in deiner Nähe Hilfe findest, steht unter Hilfe finden.

Häufige Fragen zur Häufigkeit von Erektionsstörungen

Wie viel Prozent der Männer haben Erektionsstörungen?

In der Kölner Männerstudie hatten 19,2 Prozent der Männer zwischen 30 und 80 eine Erektionsstörung. Das ist fast jeder fünfte. Je nach Studie und Definition schwanken die Zahlen zwischen etwa 7 und über 50 Prozent.

Ab welchem Alter bekommen Männer Erektionsprobleme?

Es gibt kein festes Alter. Ab 40 steigt der Anteil aber deutlich an, ab 60 noch einmal stark. In der Kölner Studie waren es mit 40 bis 49 Jahren 9,5 Prozent, mit 60 bis 69 schon 34,4 Prozent.

Ist es normal, mit 50 Erektionsprobleme zu haben?

Es ist zumindest häufig. In der Kölner Männerstudie hatte etwa jeder sechste Mann zwischen 50 und 59 eine Erektionsstörung. Normal heißt aber nicht, dass du es hinnehmen musst, denn es lässt sich gut behandeln.

Wie viele Männer über 60 haben Erektionsstörungen?

Zwischen 60 und 69 ist etwa jeder dritte Mann betroffen, ab 70 mehr als die Hälfte. Viele Männer sind trotzdem bis ins hohe Alter sexuell aktiv. In der Kölner Studie waren es bei den Ältesten noch gut 71 Prozent.

Haben auch junge Männer Erektionsstörungen?

Ja. In einer Mailänder Klinik war jeder vierte Mann mit neuen Erektionsproblemen 40 oder jünger. Bei jungen Männern stecken oft der Kopf, Stress oder der Lebensstil dahinter.

Wie viele Männer weltweit haben Erektionsstörungen?

Forscher schätzten für 1995 über 152 Millionen betroffene Männer. Für 2025 sagten sie rund 322 Millionen voraus, vor allem weil die Weltbevölkerung älter wird.

Können Erektionsstörungen von allein wieder verschwinden?

Ja, das kommt vor. In einer australischen Studie war die Störung bei 29 Prozent der betroffenen Männer nach fünf Jahren wieder weg. Die Forscher raten, an Gewicht, Alkohol und Schlaf zu arbeiten.

Wie viele Männer gehen mit Erektionsproblemen zum Arzt?

Erstaunlich wenige. In einer weltweiten Befragung holten sich nur 18 Prozent der Männer mit Sexproblemen ärztliche Hilfe. Heute ist auch eine legale Online-Sprechstunde möglich, wenn dir der Gang in die Praxis schwerfällt.

Das nimmst du mit

Erektionsstörungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen von Männern überhaupt. Du bist kein Einzelfall, sondern einer von Millionen.

Die wichtigsten Punkte:

  • In Deutschland ist fast jeder fünfte Mann zwischen 30 und 80 betroffen.
  • Der Anteil steigt von gut 2 Prozent mit 30 auf über 50 Prozent ab 70.
  • Diabetes, Bluthochdruck und Herzkrankheiten erhöhen das Risiko deutlich.
  • Jeder vierte neue Patient ist 40 oder jünger.
  • Bei vielen Männern wird es wieder besser, vor allem wenn sie sich früh kümmern.

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Quellen
  • Braun M et al. Epidemiology of erectile dysfunction: results of the ‚Cologne Male Survey‘. Int J Impot Res 2000
    nature.com
  • Feldman HA et al. Impotence and its medical and psychosocial correlates: results of the Massachusetts Male Aging Study. J Urol 1994
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Johannes CB et al. Incidence of erectile dysfunction in men 40 to 69 years old: longitudinal results from the Massachusetts Male Aging Study. J Urol 2000
    rti.org
  • Briken P et al. Estimating the Prevalence of Sexual Dysfunction Using the New ICD-11 Guidelines. Dtsch Arztebl Int 2020
    doi.org
  • Capogrosso P et al. One patient out of four with newly diagnosed erectile dysfunction is a young man: worrisome picture from the everyday clinical practice. J Sex Med 2013
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Ayta IA et al. The likely worldwide increase in erectile dysfunction between 1995 and 2025 and some possible policy consequences. BJU Int 1999
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Martin SA et al. Predictors of Sexual Dysfunction Incidence and Remission in Men. J Sex Med 2014
    doi.org
  • Travison TG et al. The natural progression and regression of erectile dysfunction: follow-up results from the MMAS and MALES studies. J Sex Med 2011
    doi.org
  • Moreira ED et al. Help-seeking behaviour for sexual problems: the Global Study of Sexual Attitudes and Behaviors. Int J Clin Pract 2005
    doi.org
Erik Dinkel, Autor bei impotenz-selbsthilfe.com

Geschrieben von

Erik Dinkel

Erik beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Potenzmitteln, Online-Rezepten und allem, was Männer im Bett ausbremst. Er ist kein Arzt, sondern Fachautor für Männergesundheit. Für jeden Artikel liest er Studien, ärztliche Leitlinien und Patienteninformationen von Kliniken und schreibt das Ganze so auf, wie man es einem guten Kumpel erklären würde.

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  • Aktualisiert8. November 2026
  • GrundlageStudien & Leitlinien
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